Von der rotierenden Maschine zur Zugkraft am Reifen

Modul 06Powertrain DynamicsRevision 1.9.2Kapitel 01–10 aktiv

Drehmoment, Leistung & Antriebsstrang

Drehmoment beschreibt die rotatorische Kraftwirkung. Drehzahl beschreibt, wie schnell sich das System bewegt. Leistung verbindet beides zur Rate mechanischer Arbeit. Modul 06 verfolgt diese Größen vom Motor über Übersetzung und Rad bis zur Zugkraftreserve des Fahrzeugs.

P = Mω = M · 2πn / 60

Kapitel 01 setzt die Grundgrößen; Kapitel 02 öffnet M(n) und P(n); Kapitel 03 quantifiziert das Powerband; Kapitel 04 transformiert Drehzahl und Moment über die Übersetzung; Kapitel 05 führt das Radgruppenmoment bis zur quasi-statischen Zugkraftgrenze; Kapitel 06 verbindet Zugkraft und Fahrzeuggeschwindigkeit zur Rad-/Straßenleistung; Kapitel 07 stellt Roll-, Steigungs- und Luftwiderstand als Bedarf gegenüber; Kapitel 08 bildet daraus Kraft-, Leistungs- und Beschleunigungsreserve; Kapitel 09 zerlegt die Idealhülle in reale Gangsegmente und bestimmt Schaltpunkte über Radkraft bzw. Beschleunigung; Kapitel 10 schließt Quelle, Gang, Reifen, Fahrwiderstand, Reserve und Trägheit zur gemeinsamen Systemansicht.

Modulübersicht

Vom Moment zur Beschleunigungsreserve

Die zehn Kapitel folgen dem realen Energie- und Kraftpfad: Maschine → Übersetzung → Rad → Straße → Fahrwiderstand → Reserve.

  1. 01 · AKTIV

    Drehmoment, Drehzahl & Leistung

    Grundgrößen, Einheiten, Arbeit und gleiche Leistung bei unterschiedlichen M/n-Kombinationen.

    Kapitel 01 · aktiv
  2. 02 · AKTIV

    Drehmoment- & Leistungskurve

    Warum P(n) aus M(n) folgt, Peak Torque ≠ Peak Power und wie die Drehmomentsteigung die Leistung bestimmt.

    Kapitel 02 · aktiv
  3. 03 · AKTIV

    Powerband

    Peak Power, mittlere Leistung im gewählten Drehzahlfenster, High-Power-Coverage und Equal-Peak-Vergleich.

    Kapitel 03 · aktiv
  4. 04 · AKTIV

    Übersetzung

    Drehzahl gegen Drehmoment: ideal leistungsneutral, real mit Wirkungsgrad und Verlustleistung.

    Kapitel 04 · aktiv
  5. 05 · AKTIV

    Radmoment & Zugkraft

    Motormoment → Gesamtübersetzung → Radgruppenmoment → Kraftanforderung → Reifenlimit.

    Kapitel 05 · aktiv
  6. 06 · AKTIV

    Radleistung & Geschwindigkeit

    P = Fv, Leistungsgrenze F = P/v und Übergang zwischen Moment-, Kraftschluss- und Leistungsbegrenzung.

    Kapitel 06 · aktiv
  7. 07 · AKTIV

    Fahrwiderstände

    Roll-, Steigungs- und Luftwiderstand als signierter Kraft- und Leistungsbedarf.

    Kapitel 07 · aktiv
  8. 08 · AKTIV

    Leistungs- & Zugkraftreserve

    Quellenreserve, Fahrzeug-Exzessleistung, Zugkraftreserve und Beschleunigungsspanne am Betriebspunkt.

    Kapitel 08 · aktiv
  9. 09 · AKTIV

    Gangwahl & Beschleunigung

    Gangfenster, Radkraft, reflektierte Trägheit und Beschleunigungs-Schaltpunkt.

    Kapitel 09 · aktiv
  10. 10 · AKTIV

    Systemintegration

    Quelle, Gang, Reifen, Fahrwiderstand, Reserve und Trägheit als geschlossenes Fahrzeugsystem.

    Kapitel 10 · aktiv

Kapitel 01 · 1.1 · Grundgrößen

Drehmoment sagt, wie stark gedreht wird. Leistung sagt, wie schnell Arbeit umgesetzt wird.

Die drei Größen M, n und P dürfen nicht synonym verwendet werden. Ihre Beziehung ist einfach – ihre physikalische Bedeutung verschieden.

1.1 · Drehmoment

Für eine tangentiale Kraft am Hebelarm r:

M = r × F
|M| = r Ft

Einheit:

[M] = N·m

Drehmoment ist ein Moment. Ein hoher Nm-Wert allein sagt noch nicht, wie viel mechanische Arbeit pro Zeit umgesetzt wird.

1.2 · Drehzahl

n beschreibt Rotationen pro Zeit

ω = 2π n / 60

Mit n in min⁻¹ und ω in rad/s. 6.000 rpm entsprechen rund 628 rad/s.

1.3 · Leistung

Moment × Winkelgeschwindigkeit

P = Mω = M · 2πn/60
[P] = W = J/s

Bei konstantem M steigt P proportional mit n.

1.4 · Arbeit & Energie

Leistung ist eine Rate – keine gespeicherte Größe

W = ∫ M dφ
P = dW/dt

Bei konstantem M und ω gilt über die Zeit t: W = P t.

1.5 · Gleiche Leistung

Viele M/n-Paare können dieselbe Leistung liefern

M = P/ω

Mehr Drehzahl erlaubt bei gleicher Leistung weniger Drehmoment – und umgekehrt. Genau diese Tauschbeziehung nutzt später das Getriebe.

F_trωM = F_t rP = Mωohne ω kann M ≠ 0und P trotzdem = 0 seinBeispiel: Welle steht unter Haltemoment → Drehmoment vorhanden,aber ohne Winkelbewegung keine mechanische Abgabeleistung.

Kapitel 01 · Interaktives M/n/P-Labor

Ein Betriebspunkt – fünf verschiedene physikalische Aussagen.

Das Labor berechnet Moment, Winkelgeschwindigkeit, Leistung, Arbeit und eine gleichleistende Vergleichskombination bei anderer Drehzahl.

Betriebspunkt

320 Nm
4.500 rpm
0,25 m
5,0 s
6.500 rpm
Konstantmoment-Fall

P(n) bei konstantem M

P = Mω
Modellgrenze: Das Diagramm hält M künstlich über den gesamten Drehzahlbereich konstant. Ein realer Motor besitzt M(n); genau daraus wird Kapitel 02 die reale Leistungskurve P(n) ableiten.

Kapitel 01 · Cross-References

Das Grundgesetz verbindet Mechanik, Getriebe und spätere Leistungsreserve.

Kapitel 01 ist die energetische Baseline für alle folgenden Powertrain-Kapitel.

Modul 01

Rotation

M = Iα beschreibt die Dynamik, E_rot = ½Iω² die gespeicherte Bewegungsenergie.

Kapitel 02

M(n) → P(n)

Die Leistungskurve ist keine zweite unabhängige Motorkurve; sie folgt aus Drehmoment und Drehzahl.

Kapitel 04

Getriebe

Übersetzung tauscht Drehmoment gegen Drehzahl. Leistung wird ideal nicht vervielfacht.

Kapitel 08

Reserve

Leistungsreserve wird später als verfügbare minus benötigte Leistung am konkreten Betriebspunkt definiert.

Kapitel 02 · Drehmoment- & Leistungskurve

Die Leistungskurve ist keine zweite Motorcharakteristik.

Ist die Drehmomentkennlinie M(n) bekannt, folgt die Leistung an jedem Betriebspunkt zwingend aus P(n)=M(n)·2πn/60. Peak Torque und Peak Power können deshalb weit auseinanderliegen.

2.1 · Punktweise Ableitung

Für jede Drehzahl gilt:

ω(n) = 2πn / 60
P(n) = M(n) · ω(n)

Drehmoment und Leistung dürfen daher nicht unabhängig voneinander „gezeichnet“ oder interpretiert werden. Eine Änderung von M(n) ändert unmittelbar P(n).

Merksatz: Die Drehmomentkurve beschreibt die rotatorische Kraftwirkung des Motors. Die Leistungskurve beschreibt, wie schnell diese Momentenwirkung bei der jeweiligen Drehzahl mechanische Arbeit übertragen kann.
2.2 · Peak Power

Leistung steigt weiter, solange Drehzahl den Momentenabfall überkompensiert.

P(ω) = M(ω)ω
dP/dω = M + ω·dM/dω
inneres glattes Leistungsmaximum: M + ω·dM/dω = 0

Das Drehmoment darf also bereits fallen und die Leistung trotzdem noch steigen. Ein inneres glattes Leistungsmaximum liegt dort, wo der relative Momentenabfall groß genug wird. Liegt das größte P am Drehzahlrand, ist keine stationäre Bedingung dP/dω = 0 erforderlich.

2.3 · Drei Steigungsregime

Der Verlauf von M(ω) entscheidet über P.

dM/dω > −M/ω → P steigt
dM/dω = −M/ω → P lokal konstant
dM/dω < −M/ω → P fällt

Eine ideale Konstantleistungszone erfüllt näherungsweise M ∝ 1/ω. Das wird später beim Vergleich von Verbrenner und E-Motor besonders anschaulich.

Kapitel 02 · Kennlinienlogik

Peak Torque ist nicht der Schaltpunkt und nicht automatisch Peak Power.

Die schematische Grafik zeigt drei Bereiche: steigendes Moment, fallendes Moment bei noch steigender Leistung und schließlich fallende Leistung.

M(n)P(n) = M(n)ω(n)Peak TorquePeak PowerM fälltP steigt nochdP/dω = 0

Kapitel 02 · Interaktives Kennlinien-Labor

M(n) verändern – P(n) folgt automatisch.

Sechs Drehmomentstützstellen definieren eine transparente stückweise lineare Kennlinie. Die Leistung wird punktweise daraus berechnet; Peak Torque und Peak Power werden numerisch bestimmt.

Motorcharakteristik

8.000 rpm
240 Nm
380 Nm
430 Nm
420 Nm
370 Nm
285 Nm
M(n) → P(n)

Drehmoment und abgeleitete Leistung

Peak Torque ≠ Peak Power
Modellgrenze: Die Stützstellen werden stückweise linear verbunden. Liegt ein Leistungsmaximum genau an einer Stützstelle, besitzt M(n) dort einen Knick und die glatte Bedingung dP/dω = 0 ist lokal nicht anwendbar; entscheidend ist dann der Vorzeichenwechsel der Steigung beiderseits. Liegt das Maximum am Rand des betrachteten Drehzahlbereichs, genügt entsprechend die einseitige Steigung. Das ist absichtlich transparent und keine reale Motor-Simulation.

Kapitel 02 · Cross-References

Kapitel 03 macht aus der Kurvenform eine Powerband-Metrik.

Peak Power allein sagt noch nicht, wie viel Leistung über den nutzbaren Drehzahlbereich verfügbar ist.

Kapitel 03

Powerband

Aus P(n) werden mittlere Leistung, nutzbares Band und eine normierte Powerband-Ausnutzung abgeleitet.

Kapitel 09

Gangwahl

Später zählt nicht „am Drehmomentmaximum schalten“, sondern welche Radzugkraft vor und nach dem Gangwechsel verfügbar ist.

Kapitel 03 · Powerband & Leistungsverteilung

Peak Power ist ein Punkt. Ein Powerband beschreibt eine Verteilung.

Zwei Motoren können dieselbe Spitzenleistung besitzen und dennoch über das nutzbare Drehzahlband sehr unterschiedliche Leistung bereitstellen. Kapitel 03 quantifiziert diese Verteilung ohne sie mit Energie oder Beschleunigung gleichzusetzen.

3.1 · Mittlere Leistung im Drehzahlfenster

Für ein frei gewähltes nutzbares Band [n₁,n₂] definieren wir:

P̄[n₁,n₂] = 1/(n₂−n₁) · ∫n₁n₂ P(n) dn
ηPB = P̄ / Pmax

ηPB ist eine Kompendium-Lehrmetrik: Sie beschreibt, welcher Anteil der Spitzenleistung im Mittel über das gewählte Drehzahlfenster verfügbar ist.

Dimensionshinweis: ∫P(n)dn ist keine Energie. Energie wäre ∫P(t)dt. Das Integral im Drehzahlraum dient hier ausschließlich zur Mittelwertbildung über n.
3.2 · High-Power-Coverage

Wie viel des Bandes liegt nahe Peak Power?

P(n) ≥ λ · Pmax

Mit frei gewähltem λ – beispielsweise 0,90 – lässt sich der Anteil des Drehzahlfensters bestimmen, in dem mindestens 90 % der Spitzenleistung anliegen.

3.3 · Keine Beschleunigungsmetrik

Mehr P̄ bedeutet nicht automatisch eine bestimmte Rundenzeit.

Wie lange ein Fahrzeug bei einer Drehzahl bleibt, hängt von Gangübersetzung, Fahrzeugmasse, Fahrwiderständen und Schaltstrategie ab. Kapitel 09 transformiert die Motorkennlinie deshalb erst später in Radzugkraft über Geschwindigkeit.

Kapitel 03 · Equal-Peak-Logik

Gleiche Spitzenleistung kann ein völlig anderes nutzbares Band bedeuten.

Die schematische Grafik normiert zwei Leistungskurven auf denselben Peak. Entscheidend ist die mittlere Kurvenhöhe im gewählten Drehzahlfenster – bei gleicher Fensterbreite äquivalent zur eingeschlossenen Fläche – nicht die Höhe des einzelnen Spitzenpunkts allein.

gleiches P_maxbreites Bandschmale Spitzegewähltes nutzbares Drehzahlfenster [n₁,n₂]Leistung

Kapitel 03 · Interaktives Powerband-Labor

Zwei Kennlinien mit identischer Peak Power vergleichen.

Die Profile werden über die gemeinsame normierte Drehzahl x = n/nmax aus transparenten Drehmoment-Stützstellen erzeugt. Für identisches nmax gilt zunächst P̃(x) ∝ M(x)·x; anschließend wird jedes Profil auf dieselbe Ziel-Peak-Leistung normiert. So bleibt nur die Form der Leistungsverteilung als Vergleichsgröße übrig.

Auswertefenster

250 kW
35 %
100 %
90 % Pmax
Equal Peak Power

Leistungsverteilung über normierter Drehzahl

Pmax identisch · Form unterschiedlich
Equal-Peak-Normalisierung: x = n/nmax, P̃(x) ∝ M(x)·x und Peq(x) = Ptarget·P̃(x)/max(P̃). Damit ist das Labor ein dimensionskonsistenter Formvergleich bei gemeinsamem nmax, keine absolute Motorkennlinie. Modellgrenze: P̄ und ηPB gewichten jede Drehzahl im gewählten Intervall gleich. Eine reale Beschleunigung gewichtet Drehzahlen zeitlich anders und hängt zusätzlich von Übersetzung, Trägheiten und Fahrwiderständen ab.

Kapitel 03 · Cross-References

Das Powerband wird erst durch die Übersetzung zur Radzugkraft nutzbar.

Kapitel 03 bewertet die Motorseite. Kapitel 04–06 transformieren anschließend Drehzahl, Moment und Leistung zum Rad.

Kapitel 04

Übersetzung

Das Getriebe bestimmt, welchen Abschnitt des Powerbands das Fahrzeug bei einer gegebenen Geschwindigkeit nutzt.

Kapitel 09

Gangwahl

Erst mit den Zugkraftkurven der einzelnen Gänge lässt sich beantworten, wann das Verlassen eines Powerbands durch einen Gangwechsel sinnvoll wird.

Kapitel 04 · 4.1 · Übersetzungsdefinition

Das Getriebe tauscht Drehzahl gegen Drehmoment – nicht Leistung gegen Leistung.

Die Übersetzung ordnet zwei Winkelgeschwindigkeiten einander zu. Für dieses Modul wird der Übersetzungsbetrag positiv definiert; Drehrichtungsumkehr und Getriebetopologie werden separat beschrieben.

4.1 · Übersetzungsbetrag

i = |ωinout| = |nin/nout|
nout = nin/i

Für ein einfaches äußeres Zahnradpaar gilt zusätzlich geometrisch:

i = zout/zin = rp,out/rp,in

Die beiden Zahnräder drehen dabei entgegengesetzt. Bei Planetengetrieben, Riemen-, Ketten- oder mehrstufigen Systemen hängt die Drehrichtung von der Topologie ab; deshalb ist das Vorzeichen nicht Bestandteil unseres Übersetzungsbetrags.

INPUT · z_in = 24OUTPUT · z_out = 72n_in = 6000 rpmn_out = 2000 rpmi = 3ideal:M_out = 3 M_inP_out = P_inTeilkreise maßstäblich 1:3äußeres Zahnradpaar:Drehrichtung kehrt um

Kapitel 04 · 4.2 · Leistung & Wirkungsgrad

Ideal bleibt Leistung erhalten; real wird ein Teil in Verlustleistung umgewandelt.

Aus P=Mω folgt unmittelbar die Drehmomenttransformation. Ein Getriebe erzeugt keine mechanische Leistung; im realen Betrieb reduziert der Wirkungsgrad die Ausgangsleistung.

Ideal

Leistungserhaltung

Pout = Pin
Mout = i Min

Weil ωoutin/i gilt, muss das Ausgangsmoment ideal um denselben Faktor steigen.

Real · Vorwärtsbetrieb

Wirkungsgrad

η = Pout/Pin
Mout = η i Min
Ploss = (1−η)Pin

η wird hier als Betriebspunkt-Wirkungsgrad für die betrachtete Leistungsflussrichtung verstanden. Beim Backdrive/Rekuperieren kann ein anderer Wirkungsgrad gelten.

Mehrstufig

Gesamtübersetzung

itot = ∏ ik
ηtot = ∏ ηk

Für seriell durchflossene Stufen folgt der Gesamtwirkungsgrad exakt als Produkt der jeweiligen Betriebspunkt-Wirkungsgrade. Diese Einzelwirkungsgrade selbst hängen real von Last, Drehzahl, Temperatur, Schmierung und Bauart ab.

Grenzfall

Overdrive

0 < i < 1 → nout > nin
Mout,ideal < Min

Auch hier bleibt im Ideal P konstant. Das Getriebe „verliert“ kein Drehmoment – es transformiert Moment und Drehzahl gekoppelt.

Leistungsfluss-Konvention: Die Gleichungen mit η gelten hier für positiven Leistungsfluss von Eingang nach Ausgang. Ein reversierter Leistungsfluss wird nicht durch blindes Invertieren derselben η-Gleichung modelliert.

Kapitel 04 · Interaktives Übersetzungs-Labor

Zwei Stufen, ein Leistungsfluss – Drehzahl, Moment und Verluste sichtbar machen.

Das Labor verwendet konstante Betriebspunkt-Wirkungsgrade. Es zeigt getrennt die ideale Transformation und den realen Ausgang nach zwei optionalen Stufen.

Getriebezustand

320 Nm
4.500 rpm
2,50
97,0 %
1,00
100,0 %
Leistungsfluss

Input → Stufe 1 → Stufe 2 → Output

P_out = η_tot P_in
Modellgrenze: η₁ und η₂ sind konstante Betriebspunktwerte. Das Labor modelliert keine last-/drehzahlabhängigen Verzahnungs-, Lager-, Pump-, Churning- oder Schmierverluste und keine transienten Trägheiten beim Schalten.

Kapitel 04 · 4.3 · Cross-References

Übersetzung transformiert nicht nur Moment und Drehzahl, sondern auch die Sicht auf Trägheit.

Damit verbindet Kapitel 04 die Motorseite aus Kapitel 01–03 mit der späteren Radkraft und gleichzeitig mit der Rotationsmechanik aus Modul 01.

Modul 01

Reflektierte Trägheit

Jout→in = Jout/i²
Jin→out = Jin

Die Quadratskalierung folgt direkt aus der Gleichheit der Rotationsenergie bei ωoutin/i.

Kapitel 03

Powerband

Die Übersetzung bestimmt, welcher Abschnitt der Motorleistungskennlinie bei einer gegebenen Ausgangsdrehzahl genutzt wird.

Kapitel 05

Radmoment & Zugkraft

Kapitel 05 ergänzt den Krafthebelarm RF und den Reifen-Kraftschluss: aus dem aggregierten Radgruppenmoment wird zunächst eine quasi-statische Kraftanforderung am Kontaktpatch.

Kapitel 09

Gangwahl

Mehrere diskrete i-Werte erzeugen mehrere Zugkraftkurven. Der optimale Schaltpunkt ergibt sich erst aus ihrem Vergleich.

Kapitel 05 · 5.1 · Vom Motormoment zur Radgruppe

Der Antriebsstrang bietet Moment an – der Reifen entscheidet, welche Zugkraft tatsächlich übertragen wird.

Kapitel 04 definiert die generische Übersetzung. Kapitel 05 instanziiert sie als Gang- und Final-Drive-Pfad, aggregiert das angebotene Moment an der angetriebenen Radgruppe und führt es über den Krafthebelarm bis zur longitudinalen Reifen-Schnittstelle weiter.

5.1 · Gesamtübersetzung und Radgruppenmoment

itot = iG iD
Mdrv,total = Meng itot ηdriveline

Mdrv,total bezeichnet die Summe der an allen betrachteten angetriebenen Rädern angebotenen Momente nach Gang, Final Drive und den bereits in ηdriveline zusammengefassten Verlusten. Es ist bewusst kein einzelnes „Achsmoment“ und bleibt damit auch für eine aggregierte AWD-Lehrbetrachtung eindeutig.

Bei symmetrischer Verteilung auf Ndrv angetriebene Räder:

Mwheel = Mdrv,total / Ndrv

Kapitel 05 · 5.2 · Krafthebelarm

Für M → F zählt der Krafthebelarm – nicht automatisch derselbe Radius wie für die Schlupfkinematik.

Beim starren Rad fallen geometrischer Radius, Rollradius und Krafthebelarm zusammen. Beim deformierbaren Luftreifen sollten diese Rollen begrifflich getrennt werden.

Kraftabbildung

Effektiver Krafthebelarm RF

Fx,pt,qs = Mdrv,total / RF

RF ist im ebenen Lehrmodell der wirksame Momentenarm der longitudinalen Kontaktkraft um die Radachse; geometrisch liegt er näher an der belasteten Nabenhöhe als an einer rein kinematischen Rollradiusdefinition. Er ist hier eine bewusst eingeführte Modellgröße, kein universell standardisierter Reifenparameter.

Modul 05

Effektiver Rollradius Re

uw = Re ω

Re ist primär die kinematische Größe für Umfangsgeschwindigkeit und Schlupfdefinition. Modul 05 verwendet Re in seinem Longitudinal-Slip-Labor zusätzlich als vereinfachten Kontaktmoment-Hebelarm; Kapitel 05 verfeinert diese Näherung, indem RF für die mechanische Momentenbilanz separat geführt wird.

ENGINEM_engGEAR + FINALi_G · i_Dη_drivelineDRIVEN GROUPM_drv,totalR_FF_x,pt,qsM_wheelM_drv,total = M_eng · i_G · i_D · ηF_x,pt,qs = M_drv,total / R_FR_F: Momentenarm · R_e: primär Schlupfkinematik; Modul 05 nutzt R_e teils als vereinfachten Momentenarm.

Kapitel 05 · 5.3 · Reifenlimit

Die Antriebsseite liefert eine Kraftanforderung; der Kontaktpatch liefert eine physikalisch begrenzte Reaktion.

Für die Systemschnittstelle unterscheiden wir daher eine quasi-statische Powertrain-Kraftanforderung Fx,pt,qs, die Reifen-Kapazität und die tatsächliche dynamische Reifenreaktion Fx. Ein einfaches Kraftschlusslimit dient nur als transparente Baseline; die vollständige Reifenphysik bleibt in Modul 05.

Lehrgrenze

Kraftschlussproxy

Fx,cap,proxy = μx,eff Fz,drv
Fx,qs,bound = min(Fx,pt,qs, Fx,cap,proxy)

Fz,drv ist die gesamte Normallast der betrachteten angetriebenen Radgruppe. Der Proxy ignoriert Combined Slip, Load Sensitivity, Temperatur, Druck und transiente Reifenkräfte.

Erforderlicher Kraftschluss

μreq

μreq,qs = Fx,pt,qs / Fz,drv

Ist μreq,qs größer als der aktuell verfügbare effektive longitudinale Kraftschluss, kann das angebotene Antriebsmoment selbst quasi-statisch nicht vollständig als Straßenkraft erscheinen.

Rotationsdynamik

Überschüssiges Moment verschwindet nicht

Jeq,w ω̇w ≈ Mdrv,total − FxRF

Mdrv,total ist bereits ein Moment nach dem lumped Wirkungsgrad ηdriveline; ein pauschales Verlustmoment würde diese Verluste doppelt zählen. Die Gleichung zeigt zugleich, warum Fx,qs,bound keine dynamische „Actual“-Kraft ist: auch ohne Wheelspin benötigt die Winkelbeschleunigung der rotierenden Massen Moment. Bei Kraftschlussbegrenzung kann zusätzlich ein Momentenüberschuss Wheelspin treiben oder durch Traktionsregelung reduziert werden.

Differential / Ndrv

Radzahl allein erzeugt keinen zusätzlichen Kraftschluss

Das Labor verteilt das aggregierte Radgruppenmoment und die angetriebene Normallast symmetrisch auf Ndrv Räder mit gleichem RF. Bei festem Fz,drv und gleichem μ bleibt die Gesamtgrenze μFz,drv deshalb gleich. Ein AWD-Vorteil entsteht erst, wenn dadurch mehr bzw. günstiger verteilte Fahrzeugnormallast angetrieben wird. Offene, gesperrte oder aktive Differentiale und ungleiche Radlasten sind separat zu betrachten.

Kapitel 05 · Interaktives Radmoment-/Zugkraft-Labor

Antriebsangebot und Reifenlimit am selben Betriebspunkt vergleichen.

Das Labor verfolgt Motormoment über Gang, Final Drive und Wirkungsgrad bis zur angetriebenen Radgruppe und vergleicht die resultierende Kraftanforderung mit einem explizit vereinfachten Reifenlimit.

Antrieb & Reifen

380 Nm
1,80
3,70
0,94
0,32 m
8,5 kN
1,20
2
Torque → force interface

Quasi-statische Anforderung, Kraftschlussgrenze und übertragbare Grenze

Antrieb innerhalb des Reifenlimits
Modellgrenze: Positiver Vortrieb, gleiche RF an den betrachteten Rädern, symmetrische Moment-/Lastverteilung und ein linearer Kraftschlussproxy μx,effFz,drv. Fx,qs,bound ist nur eine quasi-statische Obergrenze. Die reale dynamische Reifenreaktion folgt Modul 05: Fx=𝒯x(κ,α,γ,Fz,T,pinfl,History,…), gekoppelt mit der Radträgheit. Differentialtopologie, Combined Slip, transiente Rad-/Reifendynamik und Traktionsregelung sind hier nicht quantitativ modelliert.

Kapitel 05 · Cross-References

Kapitel 05 ist die mechanische Übergabestelle zwischen Powertrain und Reifen.

Ab hier darf „mehr Radgruppenmoment“ nicht mehr automatisch mit „mehr Fahrzeugkraft“ gleichgesetzt werden.

Modul 05

Reifen & Kraftschluss

κ, Fz, Combined Slip, Zustand und Relaxation bestimmen, wie viel der Kraftanforderung tatsächlich in Fx umgesetzt wird.

Modul 01

Rotationsdynamik

Die Differenz aus Antriebsmoment und Reifenreaktionsmoment beeinflusst über Jω̇ die Raddrehzahl und damit wiederum κ.

Kapitel 06

Radleistung & Geschwindigkeit

Kapitel 06 verbindet anschließend die tatsächlich übertragene Reifen-Zugkraft Fx mit der Straßenleistung Proad=Fxv; die Wellenleistung am Rad bleibt davon als Mω-Größe getrennt. Die Kapitel-05-Grenze bleibt ausdrücklich nur eine quasi-statische Baseline.

Kapitel 09

Gangwahl

Jeder Gang erzeugt eine andere Fx,demand(v)-Kurve; der Reifen kann deren obere Bereiche zusätzlich beschneiden.

Kapitel 06 · 6.1 · Radleistung & Translation

Leistung verbindet die übertragene Längskraft mit der Fahrzeuggeschwindigkeit.

Kapitel 05 hat die mechanische Kraftanforderung und das Kraftschlusslimit getrennt. Kapitel 06 ergänzt nun die translatorische Energierate: Erst eine Kraft, die sich mit Geschwindigkeit durch den Raum bewegt, überträgt Straßenleistung.

6.1 · Translatorische Leistung

Proad = Fx vx
FP(v) = Pwheel,max / v   für v > 0

Bei vorwärtsgerichteter Zugkraft und Fahrzeuggeschwindigkeit ist die übertragene Straßenleistung positiv. Bei v = 0 ist Proad = 0 – auch wenn am Rad ein hohes Antriebsmoment anliegt.

Grenzfall v → 0: Die Formel F=P/v darf nicht als reale unendliche Zugkraft interpretiert werden. Bei niedriger Geschwindigkeit begrenzen Moment/Übersetzung und Reifen-Kraftschluss die Kraft, nicht eine isolierte Leistungshyperbel.

Kapitel 06 · 6.2 · Kraft-Hüllkurve

Niedrige Geschwindigkeit: Kraftgrenze. Hohe Geschwindigkeit: Leistungsgrenze.

Die gleiche Antriebsleistung kann bei niedriger Geschwindigkeit nicht beliebig große Kraft erzeugen und bei hoher Geschwindigkeit nicht dieselbe Kraft halten.

Momentgrenze

FM konstant im Snapshot

FM = Mdrv,total/RF

Bei festem Radgruppenmoment und Krafthebelarm ist die daraus resultierende quasi-statische Kraftgrenze zunächst geschwindigkeitsunabhängig.

Kraftschlussgrenze

Fμ als Reifenbaseline

Fμ = μx,effFz,drv

Diese Lehrgrenze bleibt hier ebenfalls konstant; reale Last-, Slip-, Temperatur- und Combined-Slip-Effekte liegen in Modul 05.

Leistungsgrenze

FP ∝ 1/v

FP(v) = Pwheel,max/v

Bei konstanter verfügbarer Radleistung fällt die maximal mögliche Kraft hyperbolisch mit der Geschwindigkeit.

QS-Hüllkurve

Die kleinste Grenze zählt

Favail,qs(v) = min(FM, Fμ, FP(v))

Das ist eine transparente Grenzkurve – noch keine vollständige Fahrbeschleunigung. Fahrwiderstände kommen erst in Kapitel 07 hinzu.

F_M · MomentgrenzeF_μ · KraftschlussgrenzeF_P(v)=P/vF_avail,qsv*Geschwindigkeit vZugkraft F_xschematisch · konstante Lehrgrenzen F_M/F_μ

Kapitel 06 · 6.3 · Rotations- vs. Straßenleistung

Mω und Fv sind nur im geeigneten stationären Grenzfall dieselbe Leistungsübertragung.

Kapitel 05 hat Raddynamik und Reifenreaktion bewusst offen gehalten. Kapitel 06 macht deshalb die Leistungsbilanz explizit statt Mω und Fv pauschal gleichzusetzen.

Leistungsbilanz der angetriebenen Radgruppe

Pdrv = Σ Mi ωi ≈ Mdrv,total ωw
Proad = Σ Fx,i vx,i ≈ Fx vx
Pdrv − Proad = dErot,w/dt + Ptire/internal + …

Die Summenform ist allgemein. Die rechte Näherung setzt einen gemeinsamen repräsentativen Rad-/Fahrzeugzustand voraus. Beschleunigen Räder unterschiedlich, entsteht Slip oder werden Reifen elastisch/thermisch belastet, muss die Differenz nicht null sein.

Kapitel 06 · Interaktives Kraft-/Leistungs-Hüllkurvenlabor

Welche Grenze dominiert bei welcher Geschwindigkeit?

Das Labor kombiniert eine konstante Momentkraftgrenze, eine konstante Kraftschlussgrenze und eine konstante verfügbare Radleistung zu einer transparenten quasi-statischen Zugkraft-Hüllkurve.

Betriebspunkt

2600 Nm
0,32 m
220 kW
8,5 kN
1,10
90 km/h
Force envelope over speed

Moment-, Kraftschluss- und Leistungsgrenze

aktueller Betriebspunkt
Modellgrenze: Positiver Vortrieb. Mdrv,total und Pwheel,max sind hier separate obere Quellgrenzen; das Modell behauptet nicht, dass beide gleichzeitig über den gesamten Geschwindigkeitsbereich tatsächlich abgegeben werden. Außerdem bleiben Fz,drv und μx,eff konstant. Reale Motor-/Gangkennlinien koppeln M und P über die Drehzahl und segmentieren diese Hüllkurve; Schaltvorgänge, Aerodynamik, Rollwiderstand, Lasttransfer, Reifen-State und transiente Raddynamik folgen in späteren Kapiteln bzw. Modul 05. Bei v=0 wird FP=P/v nicht numerisch ausgewertet; Proad=0.

Kapitel 06 · Cross-References

Kapitel 06 verbindet Kraftreserve und Leistungsreserve, ohne sie gleichzusetzen.

Damit ist die energetische Basis für Fahrwiderstände und Leistungsreserve vorbereitet.

Kapitel 05

Moment → Kraft

Mdrv,total/RF liefert die quasi-statische Powertrain-Kraftgrenze; der Reifen kann sie weiter begrenzen.

Kapitel 07

Fahrwiderstände

Roll-, Steigungs- und Luftwiderstand erzeugen Freq(v) und damit Preq(v)=Freqv.

Kapitel 08

Reserve

Erst mit Pavail,qs=Favail,qsv und Preq kann eine betriebspunktbezogene Fahrzeug-Leistungsreserve definiert werden.

Kapitel 09

Gangwahl

Reale Gänge verschieben die Momentgrenze und den nutzbaren Motor-Drehzahlbereich; die ideale Konstantleistungs-Hyperbel wird dadurch segmentiert.

Kapitel 07 · 7.1 · Fahrwiderstände

Verfügbare Kraft und Straßenleistung werden erst durch den Fahrwiderstand zur Fahrzeug-Leistungsbilanz.

Kapitel 06 hat die Angebotsseite geschlossen. Kapitel 07 beschreibt die Gegenkraft des Fahrzustands: Reifenverluste, Hangabtrieb und Aerodynamik.

7.1 · Signierte Längsbilanz

Freq = Froll + Fgrade + FD
Preq = Freq v

Für Vorwärtsfahrt ist positiver Widerstand entgegen der Fahrtrichtung als positive Leistungsanforderung definiert. Ein hinreichend starkes Gefälle kann Fgrade<0 und damit auch Preq<0 erzeugen.

Interpretation bei Preq<0: Der Fahrzustand liefert netto mechanische Leistung an das Fahrzeug. Ohne passende Gegenleistung steigt die Geschwindigkeit; alternativ muss gebremst oder rekuperiert werden.

Kapitel 07 · 7.2 · Widerstandskomponenten

Die drei Hauptanteile skalieren mit Geschwindigkeit grundsätzlich verschieden.

Die bekannten Kurzformeln gelten nur innerhalb klarer Modellgrenzen. Besonders Aerodynamik muss zwischen Luft- und Bodengeschwindigkeit unterscheiden.

Rollwiderstand

nahezu konstante Kraftbaseline

Froll ≈ Crr m g cosθ
Proll = Froll v

Im einfachen Modell ist Froll geschwindigkeitsunabhängig und Proll damit proportional zu v. Reale Reifen zeigen zusätzliche Geschwindigkeits-, Temperatur-, Last- und Druckabhängigkeiten.

Steigung

potentielle Energie pro Weg

θ = atan(s) · s = Steigung/100
Fgrade = m g sinθ
Pgrade = m g v sinθ

Positive Steigung erzeugt Leistungsbedarf, negative Steigung liefert potentielle Leistung zurück.

Aerodynamik

relative Luftgeschwindigkeit zählt

vrel = v + vwind,head
FD = ½ρ CDA · vrel|vrel|
PD,vehicle = FD v

Ein positiver Windwert bezeichnet Gegenwind. Die signierte Form erlaubt auch starken Rückenwind, bei dem die Luftkraft theoretisch vortriebsfördernd werden kann.

Windstille

erst dann gilt die bekannte v³-Regel direkt

vwind=0 ⇒ FD = ½ρ CDA v²
PD = ½ρ CDA v³

Mit Wind bleibt die Luftkraft quadratisch in vrel, aber die mechanische Leistungsübertragung am Fahrzeug ist FD·v und daher nicht einfach vrel³.

Kapitel 07 · 7.3 · Systemgrafik

Kraftbedarf und Leistungsbedarf sind dieselbe Widerstandsphysik in zwei Darstellungen.

Die Grafik trennt konstante bzw. langsam veränderliche Kraftanteile von der stark geschwindigkeitsabhängigen Aerodynamik.

vF_rollF_DF_grade = mg sinθθFORCE BALANCEF_req = F_roll + F_grade + F_DP_req = F_req · vSteigung signiert · positive Kräfte bedeuten Bedarf gegen die Vorwärtsbewegung · schematische Geometrie

Kapitel 07 · Interaktives Fahrwiderstands-Labor

Kraftanteile und Leistungsbedarf über Geschwindigkeit und Umgebung zerlegen.

Das Labor rechnet mit Bodengeschwindigkeit, Straßensteigung und relativer Luftgeschwindigkeit. Damit bleiben Gegenwind und Gefälle physikalisch voneinander getrennt.

Fahrzustand

1.600 kg
0,012
0,0 %
0,65 m²
1,225 kg/m³
100 km/h
0 km/h

Negativer Wert = Rückenwind.

Resistance decomposition

Kraft- und Leistungsbedarf über Geschwindigkeit

Windstille · ebene Straße
Modellgrenze: stationärer Vorwärts-Snapshot ohne Beschleunigung. Crr wird als konstant behandelt; reale Reifenverluste sind zustands- und geschwindigkeitsabhängig. CDA und ρ werden konstant gesetzt. Seitenwind, Auftrieb/Downforce, Rotationsverluste, Lager-/Antriebsverluste und transienter Wind werden nicht modelliert. Bei starkem Rückenwind kann FD signiert negativ werden. Der Punkt v=0 ist nur als Grenzwert der Fahrkurven dargestellt; der konstante Crr-Ansatz ist dort keine Modellierung statischer Reifenreibung.

Kapitel 07 · Cross-References

Kapitel 07 erzeugt die Bedarfsseite für die Leistungsreserve.

Damit sind Angebot und Bedarf erstmals im selben Kraft-/Leistungsraum definiert.

Kapitel 06

Verfügbare Kraft/Leistung

Favail,qs(v) und Pavail,qs(v)=Favail,qs(v)v bilden die fahrzeugseitige Angebotsseite.

Kapitel 08

Leistungsreserve

ΔPexcess,qs(v)=Pavail,qs(v)-Preq(v) ist damit dimensions- und betriebspunktkorrekt definiert.

Modul 05

Reifen

Crr ist hier nur die makroskopische Rollverlustbaseline; Kapitel 09 von Modul 05 erklärt Hysterese und Energiehistorie detaillierter.

Modul 08

Aerodynamik

CDA, ρ und relative Anströmung werden dort geometrisch und strömungsmechanisch weiter zerlegt.

Kapitel 08 · 8.1 · Reservebegriff

„Leistungsreserve“ ist keine einzelne Zahl – sie braucht Ebene und Betriebspunkt.

Kapitel 06 liefert die verfügbare Kraft-/Leistungshülle, Kapitel 07 den Fahrwiderstand. Erst auf derselben Fahrzeuggeschwindigkeit dürfen Angebot und Bedarf subtrahiert werden.

8.1 · Drei verschiedene Reserven

Quellenreserve beschreibt zusätzlichen Leistungsabruf an derselben Quellendrehzahl und ist noch keine Fahrzeugbeschleunigung:

ΔPsrc(n) = Psrc,max(n) − Psrc,current(n)

Die Fahrzeugreserve verwendet dagegen die verfügbare QS-Hülle aus Kapitel 06 und den Straßenbedarf aus Kapitel 07:

ΔFexcess,qs = Favail,qs − Freq
ΔPexcess,qs = Pavail,qs − Preq

Kapitel 08 · 8.2 · Vorzeichen & Gleichgewicht

Positiv beschleunigungsfähig, null im Gleichgewicht, negativ nicht haltbar.

Die Reserve ist signiert. Ihr Vorzeichen beschreibt nicht „gut“ oder „schlecht“, sondern die lokale Längsdynamik bei maximal verfügbarer positiver Antriebshülle.

ΔF > 0

Positive Reserve

Bei unverändertem Fahrzustand steht zusätzliche Vortriebskraft für eine Beschleunigung zur Verfügung.

Favail,qs > Freq
ΔF = 0

Lokales Gleichgewicht

Die verfügbare Hüllkraft entspricht dem Fahrwiderstand. Das ist ein stationärer Punkt des Lehrmodells – nicht automatisch die reale Höchstgeschwindigkeit.

Favail,qs = Freq
ΔF < 0

Negative Reserve

Selbst die verfügbare positive Antriebshülle reicht nicht aus, um den aktuellen Zustand stationär zu halten. Bei Vollanforderung folgt eine Verzögerung.

Favail,qs < Freq
P_req < 0

Gefälle / Rückleistung

Ein negativer Straßenbedarf erhöht die Fahrzeug-Exzessleistung, ist aber keine zusätzliche Motorreserve. Die Energie stammt aus dem Fahrzustand bzw. der potentiellen Energie.

ΔPexcess = Pavail − Preq

Kapitel 08 · 8.3 · Effektive Masse

Kraftreserve wird erst mit Masse und rotierender Trägheit zur Beschleunigung.

Die Rotationsanteile aus Modul 01 werden auf die Radachse reflektiert und über den kinematischen Radius Re in eine äquivalente translatorische Masse überführt.

Radseitig reflektierte Trägheit

mrot,eq = Jeq,w / Re²
meff = m + Jeq,w / Re²
aexcess,qs = ΔFexcess,qs / meff

Jeq,w muss alle betrachteten rotierenden Trägheiten bereits auf die Radachse reflektiert enthalten. Eingangsträgheiten ändern daher ihren radseitigen Beitrag mit dem Quadrat der Übersetzung.

Modellgrenze: feste Übersetzung, konstanter Re, schlupffreie kinematische Reflexion und ein bereits auf die Radachse bezogenes Jeq,w. Gangwechsel, Reifen-Slip, transient veränderliche Trägheitskopplung und Drehmomentregelung folgen später.

Kapitel 08 · 8.4 · Systemgrafik

Reserve entsteht an der Differenzstelle zwischen verfügbarer Hülle und Fahrzustand.

Die Grafik hält Quellenlimit, Straßenbedarf und dynamische Umsetzung getrennt.

AVAILABLE ENVELOPEF_avail,qs(v)min(F_M, F_μ, F_P)ROAD LOADF_req(v)roll + grade + aeroΔFavail − reqPOWER DOMAINΔP = v ΔFINERTIA DOMAINm_effm + J_eq,w / R_e²RESULTa_excessΔF / m_eff× vΔP_src gehört zur Quelle · ΔP_excess und ΔF_excessgehören zum Fahrzeugzustand am selben Betriebspunkt.

Kapitel 08 · Interaktives Reserve-Labor

Angebot, Bedarf, Trägheit – und daraus die signierte Beschleunigungsspanne.

Das Labor kombiniert die Lehrhülle aus Kapitel 06 mit einer windstillen Fahrwiderstandsbaseline aus Kapitel 07. Es ist ein lokaler QS-Snapshot, kein vollständiger Beschleunigungssimulator.

Betriebspunkt

2.600 Nm
0,32 m
220 kW
9,5 kN
1,10
1.600 kg
18 kg·m²
0,31 m
100 km/h
0,012
0,0 %
0,65 m²
Kraftdomäne

F_avail(v) gegen F_req(v)

ΔF am Betriebspunkt
Lehrmodell: ρ = 1,225 kg/m³, Wind = 0. Die Quelle wird als obere Moment-/Leistungshülle behandelt; Favail,qs ist weiterhin keine transiente Reifenlösung. Eine reale Beschleunigungskurve benötigt Gangfenster, M(n), Schaltvorgänge und Reifen-/Raddynamik.

Kapitel 08 · Cross-References

Kapitel 08 schließt die lokale Längsbilanz – Kapitel 09 macht sie gangabhängig.

Die Reserve ist jetzt definiert, aber die verfügbare Hülle ist noch nicht aus realen Gängen und der M(n)-Kennlinie zusammengesetzt.

Kapitel 06

Angebot

Favail,qs(v)=min(FM,Fμ,FP) liefert die obere Kraftseite.

Kapitel 07

Bedarf

Freq(v) und Preq(v) liefern die signierte Straßenlast.

Modul 01

Trägheit

Radseitig reflektierte Rotationsenergie erhöht meff und reduziert bei gleicher ΔF die Beschleunigung.

Kapitel 09

Gangwahl

Jeder Gang erzeugt ein eigenes Favail,g(v)-Segment und verändert zugleich reflektierte Eingangsträgheiten.

Kapitel 09 · Gangwahl & Beschleunigung

Ein Gang ist ein Geschwindigkeitsfenster der Motorkennlinie.

Kapitel 09 ersetzt die ideale Kraft-/Leistungshülle durch konkrete Gangsegmente. Entscheidend ist nicht das Motordrehmoment allein, sondern welche Radkraft und welche Beschleunigung nach Übersetzung, Reifenlimit, Fahrwiderstand und reflektierter Trägheit bei derselben Fahrzeuggeschwindigkeit verfügbar sind.

9.1 · Geschwindigkeit → Motordrehzahl

Für starre Kopplung, vernachlässigten Longitudinal-Slip und den kinematischen Radius Re:

ωw ≈ v / Re
neng(v,g) = 60/(2π) · v/Re · ig iD

Ein Gang ist nur dort gültig, wo die resultierende Motordrehzahl innerhalb des modellierten Kennlinienfensters liegt.

Anfahrgrenze: Diese starre Kinematik gilt erst nach Einkuppeln bzw. bei kinematisch gekoppeltem Antrieb. Kupplungsschlupf, Drehmomentwandler und geregelte E-Antriebe im Stillstand sind nicht Teil dieses Lehrmodells.

Kapitel 09 · 9.2 · Schaltkriterium

Für maximale Beschleunigung zählt der Zustand nach dem Schalten.

Der verbreitete Merksatz „am Drehmomentmaximum schalten“ ignoriert Übersetzung und die Drehzahl nach dem Gangwechsel.

Radkraft-Baseline

Ohne gangabhängige Trägheit

Bei gleichen Verlustannahmen und identischem Fahrwiderstand liegt der Radkraft-Schaltpunkt dort, wo der Folgegang mehr Radkraft liefert.

Favail,g(v) = Favail,g+1(v)

Solange der aktuelle Gang mehr Radkraft liefert, beschleunigt er in dieser vereinfachten Sicht stärker.

Beschleunigungs-Kriterium

Mit reflektierter Eingangsträgheit

Eine Eingangsträgheit Jin wird mit itot,g² auf die Radseite reflektiert:

Jeq,w,g = Jw + Jin itot,g²
meff,g = m + Jeq,w,g/Re²
ag(v) = [Favail,g(v) − Freq(v)] / meff,g

Dann ist der präzisere momentane Schaltpunkt durch ag=ag+1 gegeben. Sind beide Gänge am selben Reifenlimit, kann der höhere Gang trotz gleicher Fx wegen geringerer reflektierter Eingangsträgheit bereits eine etwas höhere Beschleunigung liefern.

Leistungssicht

Warum Peak Torque nicht genügt

Bei gleicher Fahrzeuggeschwindigkeit ist ig proportional zur Motordrehzahl. Ohne zusätzliche Limits ist Radkraft deshalb eng mit der im jeweiligen Drehzahlpunkt verfügbaren Leistung verknüpft.

Fpt,g = (Re/RF) · η P(ng)/v
FP,g = η P(ng)/v

Für RF=Re fallen beide Pfade im verlustbehafteten starren Snapshot zusammen. Bei getrennten Radien bleibt FP,g die explizite Energieobergrenze.

Reale Schaltung

Der statische Schnittpunkt ist nicht das letzte Wort

Schaltzeit, Zugkraftunterbrechung, unterschiedliche Gangwirkungsgrade, Drehmomentmanagement, Reifen-Relaxation und post-shift Transienten können einen praktisch optimalen Schaltpunkt verschieben.

Kapitel 09 · 9.3 · Gangfenster

Jeder Gang projiziert dieselbe Motorkennlinie auf einen anderen Geschwindigkeitsbereich.

Die Systemgrafik hält Kinematik, Kraftangebot, Fahrwiderstand und gangabhängige Trägheit als getrennte Pfade sichtbar.

VEHICLEvGEARi_g · i_DENGINE STATEn_eng(v,g)ENGINE MAPM(n) → P(n)WHEEL FORCEF_avail,gtorque ∩ power ∩ tractionROAD LOADF_req(v)ΔF_gavail − reqEFFECTIVE MASSm_eff,gJ_in · i_tot²RESULTa_g(v)ΔF_g / m_eff,gΔF_gm_eff,gSchaltentscheidung: Radkraftvergleich als Baseline · mit reflektierter Trägheit Beschleunigungsvergleich a_g ↔ a_g+1

Kapitel 09 · Interaktives Gang-/Beschleunigungslabor

Fünf Gänge, eine Motorkennlinie – und zwei verschiedene Schaltkriterien.

Das Labor projiziert ein transparentes Lehr-M(n)-Profil über fünf Gänge in den Geschwindigkeitsraum. Reifenlimit, Fahrwiderstand und gangabhängig reflektierte Eingangsträgheit bleiben separat sichtbar.

Getriebe & Fahrzeug

3,90
3,60
2,25
1,55
1,18
0,94
95 %
0,32 m
0,31 m
1,10
9,5 kN
1.600 kg
0,30 kg·m²
8 kg·m²
0,0 %
100 km/h
Zugkraftdiagramm

Favail,g(v) · Gangsegmente & beschleunigungsoptimale Hülle

Radkraft- und Beschleunigungs-Schaltkriterium
Modellgrenze: Die Motorprofile und Gangstufen sind transparente Lehrprofile, keine Fahrzeugkalibrierung. Starre Kupplung, konstante Gangwirkungsgrade, kein Schaltzeitverlust, kein Drehmomentmanagement, konstante RF/Re, quasi-statischer Kraftschluss, explizite Leistungsobergrenze ηP/v und stationäre M(n)-Kennlinie. Ein realer optimaler Schaltpunkt kann durch Schaltunterbrechung, Regelung, Temperatur und transiente Reifen-/Antriebsdynamik verschoben werden.

Kapitel 09 · Cross-References

Kapitel 09 verbindet Motorkennlinie, Getriebe, Reifen und Fahrzeugbeschleunigung.

Damit ist die letzte große offene Teilkette vor der Systemintegration geschlossen.

Kapitel 02/03

Kennlinie & Powerband

M(n) und P(n) bestimmen, welche Leistung nach dem Hochschalten im neuen Drehzahlpunkt verfügbar ist.

Kapitel 04/05

Übersetzung & Radkraft

igiD transformiert Motormoment in Radgruppenmoment; RF bildet dieses auf die Kraftanforderung ab.

Kapitel 07/08

Road Load & Reserve

Freq reduziert die Radkraft zur Beschleunigungsreserve; meff,g übersetzt diese in ag.

Modul 05

Reifen

Das Kraftschlusslimit beschneidet insbesondere niedrige Gänge; gleiche Reifenlimite in zwei Gängen sind kein Grund zum sofortigen Hochschalten – erst der Beschleunigungsvergleich entscheidet.

Kapitel 10 · Systemintegration

Der Antriebsstrang ist kein einzelner Kennwert, sondern eine gekoppelte Zustandskette.

Kapitel 10 integriert Quelle, Kennlinie, Gang, Wirkungsgrad, Radgruppe, Reifenlimit, Fahrwiderstand, reflektierte Trägheit und Beschleunigungsreserve. Die Einzelgleichungen bleiben dieselben; neu ist ihre konsistente Kopplung am selben Betriebspunkt.

10.1 · Kanonische Systemkette

Für einen gegebenen Betriebspunkt (v,g):

v,g → neng(v,g) → Mmax(n) → Psrc,max(n)
Mmax → itot,η → Mdrv,total,max → Fpt,max
Favail,max,qs = min(Fpt,max,Fμ,FP,max)
ΔFmax,qs = Favail,max,qs − Freq
areserve,qs = ΔFmax,qs / meff,g

Die Kette ist nur dann physikalisch konsistent, wenn alle Größen auf denselben Geschwindigkeits-, Gang- und Umweltzustand bezogen sind.

10.2 · Aktueller Quellbefehl

Verfügbar ≠ angefordert

Msrc,cmd = λsrcMmax(n), 0 ≤ λsrc ≤ 1
Fcmd,qs = min(Fpt,cmd,Fμ,FP,cmd)

Mit FP,cmd=ηPsrc,cmd/v für v>0. Die maximale Reserve wird gegen Maximalverfügbarkeit gebildet; der aktuelle Quellenbefehl kann deutlich darunter liegen.

10.3 · Reifen als Rückkopplung

Fx ist nicht nur ein Clip-Operator

Jeq,wω̇w ≈ Mdrv,total − FxRF
κ = K(Reωw,vx)
Fx = Tx(κ,Fz,μ,T,p,…)

Der Explorer verwendet weiterhin den transparenten Kraftschlussproxy Fμ. Modul 05 schließt die dynamische Rückkopplung über κ und den Reifenzustand.

10.4 · Trägheitspfad

Übersetzung verändert auch die dynamische Masse

Jeq,w,g = Jw + Jinitot²
meff,g = m + Jeq,w,g/Re²

Der Krafthebelarm RF bleibt vom kinematischen Radius Re getrennt. Re gehört hier zur Energie-/Trägheitsabbildung.

10.5 · Verlustbilanz

η genau einmal anwenden

Mdrv,total = Msrcitotηdriveline
Pwheel,src = ηdrivelinePsrc

Nach Anwendung von η wird kein zusätzliches pauschales Getriebeverlustmoment abgezogen. Reifenverluste, Schlupfenergie und Nebenaggregate sind separate Pfade.

SOURCEM(n), P(n)λsrc · full-load map GEARitot, ηn ↔ M · loss once DRIVEN GROUPMdrv,total/RFpowertrain path TIRE / LIMITFavailFpt ∩ Fμ ∩ FP ROAD LOADFreq(v)roll + grade + aero DIFFERENCEΔFavail − req INERTIAmeff,g VEHICLE RESULTa = ΔF/meff,glocal QS state F_avail F_req Fₓ → wheel reaction → ω → κ → Fₓ QS/Snapshot: no clutch slip, no shift interruption, no thermal derating; tire reduced to transparent capacity proxy in explorer.Module 05 closes κ → Fₓ dynamically; Module 01 supplies rotational inertia and reflected-mass logic.

Kapitel 10 · System-Explorer

Ein Betriebspunkt – vom Quellbefehl bis zur Beschleunigung.

Der Explorer verwendet eine transparente Broad-Torque-Kennlinie und feste Getriebeparameter. Betriebspunkt, Gang, Quellenbefehl, Kraftschluss und Straße werden variiert; Maximalreserve und aktueller Zustand bleiben getrennt.

Systemzustand

100 km/h
3
65 %
1,10
9,5 kN
0,0 %
1.600 kg
Systemzustand

Quelle → Gang → Reifen → Straße → Reserve

Betriebspunkt
Feste Lehrparameter: Broad-Torque-Stützstellen 1200/2500/4000/5500/6500/7500 rpm mit 280/440/470/450/400/320 Nm; Gänge 3,60 / 2,25 / 1,55 / 1,18 / 0,94; Achsantrieb 3,90; η=0,95; RF=0,32 m; Re=0,31 m; Jin=0,30 kg·m²; Jw=8 kg·m²; Crr=0,012; CDA=0,65 m²; ρ=1,225 kg/m³. Das ist ein transparentes Lehrsystem, kein konkretes Fahrzeugmodell.

Kapitel 10 · Cross-References & Modellgrenzen

Das System ist geschlossen – aber bewusst nicht übermodelliert.

Der Explorer integriert alle Kapitel des Moduls, ohne aus transparenten Lehrrelationen eine scheinbar hochpräzise Fahrzeugsimulation zu machen.

Modul 01 · Rotation

Trägheit und Reflexion

J, ω und reflektierte Eingangsträgheit bestimmen zusammen mit dem Gang die dynamische Zusatzmasse.

Modul 05 · Reifen

κ, Combined Slip, Zustände

Fμ ist nur eine Kapazitätsbaseline. Reale Fx-Entstehung ist transient, last-, temperatur-, druck- und slipabhängig.

Modul 08 · Aerodynamik

CDA ist nur die Brücke

Kapitel 07/10 verwenden den einfachen Widerstandsterm. Aero-Balance, Ride Height, Yaw und Downforce gehören in das spätere Aerodynamikmodul.

Modul 10 · Messung

Modelle brauchen Zustandsbeobachtung

n, v und Gang sind messbar; μ, reale Reifenkräfte, Verluste und Reserven müssen häufig geschätzt oder modellbasiert inferiert werden.

Explizite Grenzen: starr gekoppelter Antriebsstrang; keine Kupplungs-/Wandlerphase; keine Schaltunterbrechung; keine thermische Derating-Logik; kein Regler/Torque Vectoring; kein detailliertes Differentialmodell; keine transiente Reifenrelaxation; keine Nebenaggregate; kein Fahrbahnprofil.

Modulstand · Revision 1.9.2

Der Antriebsstrang ist vom Quellmoment bis zur lokalen Fahrzeugbeschleunigung geschlossen.

Kapitel 01–10 bilden eine konsistente Kette aus Grundgrößen, Kennlinie, Powerband, Übersetzung, Radgruppe, Reifenlimit, Radleistung, Fahrwiderstand, Reserve, Gangwahl und Systemintegration.

Transfer Modul 06 · Kapitel 01–10

  • Grundgesetz: P=Mω.
  • Kennlinie: M(n) bestimmt P(n); Peak Torque und Peak Power sind unterschiedliche Betriebspunkte.
  • Powerband: Pmax allein beschreibt die Leistungsverteilung nicht.
  • Übersetzung: n ↔ M; Leistung ideal erhalten, Verluste über η genau einmal.
  • Radgruppe: Mdrv,total/RF liefert die QS-Powertrain-Kraftanforderung.
  • Reifen: Fx bleibt durch Kraftschluss und Slipdynamik begrenzt; RF und Re behalten getrennte Rollen.
  • Straßenleistung: Proad=Fxv; Wellenleistung Mω bleibt außerhalb des stationären Grenzfalls getrennt. Bei hoher Geschwindigkeit fällt die Leistungs-Zugkraftgrenze ∝1/v.
  • Fahrwiderstand: Freq=Froll+Fgrade+FD.
  • Reserve: ΔF=Favail−Freq; für v>0 gilt ΔP=vΔF.
  • Trägheit: meff,g=m+Jeq,w,g/Re².
  • Gangwahl: Radkraftschnitt ist Baseline; mit reflektierter Trägheit ist ag=ag+1 präziser.
  • System: aktueller Quellenbefehl, maximale Verfügbarkeit und Straßenbedarf werden getrennt geführt.